Mit der Ukulele auf großer Fahrt (IV)

Überläufer: Ich blicke bei all den eben genannten Themen sehr düster in die Zukunft. Das Prinzip Teilen und Herrschen ist sehr alt und wurde immer wieder perfektioniert. Zum Schluss möchte ich mit dir noch über Vorurteile gegen Fernfahrer sprechen. Welche Vorurteile über Fernfahrer nerven dich am meisten und warum?

Dieter: Oft werden wir als dumme, egoistische Vollgasjunkies dargestellt, die öfter Radfahrer plattfahren als duschen. Sicher ist manches davon auch in Haltung und Handlungen einiger Kollegen begründet; einen wahren Kern hat ja fast jedes Vorurteil. Aber wir sind nicht nur nicht alle so, die meisten sind ganz normale, okaye Menschen. Sicher introvertierter als der Bevölkerungsdurchschnitt, aber meines Erachtens nicht dümmer. Das nervt mich übrigens auch bei den Berufskraftfahrern untereinander: die Speditionsfahrer kucken runter auf die „Kistenschieber“ (Container- und Wechselbrückenfahrer), diese auf die 7,5-Tonner-Fahrer und die Süd- und Osteuropäer und alle zusammen auf die armen Schweine in den sogenannten „Polensprintern“. Meines Erachtens ist das genau derselbe Effekt, wie Du ihn oben beim Gegeneinander-Ausspielen beschrieben hast. Mehr Kollegialität (und in dem Zusammenhang auch mehr gewerkschaftliche Organisation) würde uns sicher guttun, aber wir sind halt eine Bande von Einzelgängern …

Überläufer: Also bei den Fernfahrern gibt es eine klare Hackordnung mit einem klaren oben und unten?

Dieter: Wahrscheinlich gibt es ungefähr genauso viele Hackordnungen wie Fahrer, wir sind schließlich Einzelgänger. 😉 Aber ja, ich habe auch schon Diskriminierungen nach LKW-Marke oder Spedition erlebt 😦

Überläufer: Das ist schon heftig, aber nicht überraschend und deckt sich mit meinen Beobachtungen. Ich habe noch ein Vorurteil im Kopf, von dem ich gern wüsste, wie viel dran ist. Inwiefern stimmt das Vorurteil, dass Fernfahrer in ihren Kabinen schlafen?

Dieter: Wie eingangs geschrieben: Das ist unter der Woche im Fernverkehr die Regel. Am Wochenende ist es seit einigen Jahren verboten, wird aber trotzdem teilweise gemacht — man muss ja nur mal sonntags offenen Auges über Autobahnraststätten oder durch Industriegebiete gehen.

​​​​​​​Überläufer: Bevor ich den Wortwechsel beende, möchte ich dir noch die Möglichkeit geben, dass du für deinen eigenen Blog wirbst.

Dieter: Danke.  Schlabonskis Welt ist kein Themenblog und auch kein Tagebuchblog, sondern eigentlich nur meine „allesfressende Müllhalde“, wo an Texten und Bilden landet, was anderswo nicht hinpasst.  Meistens ist es auch nicht so furchtbar ernstgemeint, mir wurde sogar schon gesagt, dass es stellenweise ganz lustig sei.  Was es aber definitiv ist, ist Urgestein: zusammen mit seinen Vorgängerseiten in handgeklöppeltem HTML geht das Ganze schon langsam auf sein silbernes Onlinejubiläum zu. Und das zumindest ist ja schon mal was, oder?

Überläufer: Sehr beeindruckend. Überläufer gibt es erst seit etwa 15 Monaten. Herzlichen Glückwunsch zu deinem Jubiläum. Vielen Dank für das Gespräch. Das waren Dieter und Überläufer, das Spinnennetz auf der Datenautobahn des Unrechts.

Dieter: Auch ich danke für das nette Gespräch und heiße den Überläufer herzlich willkommen als Neuankömmling in der Blogosphäre 😉

Veröffentlicht von Überläufer

Jeden Tag um 17.00 wagt sich das Überläuferli wieder auf das Nussbaumparkett der Dekadenz. Wenn ihr tanzen wollt, zieht eure Schlittschuhe aus und genießt.

Ein Kommentar zu “Mit der Ukulele auf großer Fahrt (IV)

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