Den Dämonen davonfahren

Ich habe vor einigen Tagen den Entschluss gefasst, dass ich künftig mit dem Fahrrad zur Schule fahren werde, solange das Wetter das noch zulässt. Das sind zwar jeden Tag etwa 20 Kilometer pro Tag, aber die öffentlichen Verkehrsmittel machen so große Umwege, dass ich auch keine Zeit sparen kann. Auch das Auto ist eine schlechte Wahl, weil durch ein Nadelöhr fahren muss und es zeitlich extrem schlecht zu planen ist.

Da ich als Lehrer keine Gleitzeit habe, stehe ich immer vor der Wahl etwa eine halbe Stunde zu früh in der Schule zu sein oder eine viertel Stunde zu spät. Für genauere Planung benötige ich extrem viel Glück und es liegt vollkommen außerhalb meines Einflussbereichs wegen dem Berufsverkehr. Wenn ich Fahrrad fahre, dann treibe ich wenigstens Sport. Was jetzt allerdings noch verbesserungswürdig ist, sind meine Fähigkeiten mein Rad zu reparieren. Glücklicherweise habe ich eine Kollegin, deren Mann bereit ist ihr und mir dabei zu unterstützen unsere Fähigkeiten zu entwickeln.

Ich merke, wie gut es mir tut, dass ich mich wieder mehr bewege. Auch tut es mir gut, dass ich mit der Kollegin gemeinsam zur Schule fahren kann und jemanden habe, mit dem ich sprechen kann. Und es tut auch gut am Abend zu merken, dass ich mich bewegt habe. Sonst war ich eher unruhig und hatte einen starken Bewegungsdrang. Jetzt fühle ich mich am Abend geschafft, aber glücklich. Es fällt mir noch schwer zu glauben, dass ich einst die Alpen mit dem Fahrrad überquert habe. Ich sollte mal wieder mehr üben, damit ich wieder die Ausdauer habe solche großen Abenteuer zu bewältigen.

Auch lese ich mehr in meinen Psychologiebuch, auch wenn es mir dann am Abend schwerer fällt die komplexen Zusammenhänge des Buches hier Häppchengerecht zu präsentieren. Ich wollte noch einen zweiten Beitrag über Gewalt schreiben und auch schon das Kapitel über Vorurteile habe ich fertiggelesen, aber die Einheit von Körper und Geist ist noch nicht gewohnt beides in Angriff zu nehmen. Und doch spüre ich meinen Körper mehr als nur die herkömmlichen Dämonen.

Demnächst muss ich mich erst einmal darum kümmern, dass mein Fahrradlicht wieder geht. Noch ist es morgens und abends hell, aber ich möchte auch nach dem Sommer weiter dieses Ritual machen bis es zu kalt oder zu glatt wird mit dem Rad zu fahren.

Veröffentlicht von Überläufer

Jeden Morgen um 9.00 wagt sich die Überläuferin wieder auf das Nussbaumparkett der Dekadenz. Wenn ihr tanzen wollt, zieht eure Schlittschuhe aus und genießt.

Ein Kommentar zu “Den Dämonen davonfahren

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